Ratgeber
Stromausfall in der Wohnung: erste Schritte und mögliche Ursachen
Eben brannte noch Licht, jetzt ist plötzlich kein Strom mehr da — weder Lampen noch Steckdosen reagieren, und die erste Frage ist: liegt es an der eigenen Wohnung oder am ganzen Haus? Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie das in wenigen Minuten selbst eingrenzen, welche Ursachen in der Hausanlage dahinterstecken können und was Sie dabei gefahrlos selbst prüfen dürfen.
Kurz beantwortet
Werfen Sie zuerst einen Blick zum Nachbarn oder aus dem Fenster. Brennt dort ebenfalls kein Licht, liegt eine Netzstörung vor — zuständig ist der Netzbetreiber über die Störungsnummer auf Ihrer Stromrechnung oder die bundesweite 115. Läuft es dort normal weiter, betrifft es nur Ihre Wohnung: Der Verteiler zeigt meist einen ausgelösten FI-Schalter, eine Hauptsicherung oder einen Automaten, den Sie einmal wieder einschalten dürfen. Löst er sofort erneut aus oder riecht es verschmort, ist das ein Fall für die Elektrofachkraft.
Erste Abklärung
Der erste Blick entscheidet: nur Sie oder auch die Nachbarschaft?
Noch bevor Sie den Verteiler öffnen, klärt eine einzige Beobachtung, wer überhaupt zuständig ist: Ist auch die Nachbarschaft oder der ganze Straßenzug ohne Strom, oder bleibt es bei Ihrer eigenen Wohnung?
Nachbarn oder ganzer Straßenzug betroffen
Ein Blick aus dem Fenster oder eine kurze Nachfrage nebenan zeigt es meist sofort: Bleibt es dort ebenfalls dunkel, liegt die Ursache im örtlichen Verteilnetz. Zuständig dafür ist der Netzbetreiber — das Unternehmen, dem die Stromleitungen und Ihr Hausanschluss gehören —, nicht der Stromanbieter, bei dem Sie lediglich Ihren Liefervertrag abgeschlossen haben. Ein Hauselektriker kann an einer echten Netzstörung nichts ändern.
- Zuständig: der Netzbetreiber, nicht der Stromanbieter oder Hauselektriker
- Erreichbar über die Störungsnummer auf der Stromrechnung, ersatzweise die bundesweite 115
Nur die eigene Wohnung oder das eigene Haus betroffen
Läuft es bei Nachbarn und im Treppenhaus ganz normal weiter, während bei Ihnen nichts mehr geht, liegt der Fehler mit hoher Wahrscheinlichkeit hinter Ihrem eigenen Zählerplatz — meist ein ausgelöster Schutzschalter, seltener ein Kurzschluss oder ein defektes Gerät. Für diesen Fall ist die Elektrofachkraft die richtige Ansprechperson.
- Ihr Zählerplatz, unser Zuständigkeitsbereich
- Ursache meist direkt in der eigenen Hausinstallation zu finden
Welche der beiden Situationen bei Ihnen zutrifft, entscheidet über alles Weitere in diesem Ratgeber.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen, wenn nur die eigene Wohnung betroffen ist
Steht fest, dass es sich um die eigene Hausanlage handelt, kommen vor allem diese acht Ursachen infrage.
Ausgelöster FI-Schalter (RCD)
Der Fehlerstrom-Schutzschalter hat abgeschaltet — meist, weil ein Gerät oder eine feuchte Leitungsstelle Strom über einen ungewollten Weg abfließen lässt.
Ausgelöste Hauptsicherung
Die zentrale Sicherung vor dem Zähler hat ausgelöst — dann ist meist die gesamte Wohnung ohne Strom, nicht nur ein einzelner Stromkreis.
Ein defekter Verbraucher
Ein einzelnes Gerät mit einem inneren Wicklungs- oder Isolationsschaden zieht beim Einschalten zu viel Strom oder verursacht selbst einen Kurzschluss.
Kurzschluss oder Erdschluss
Zwei Adern berühren sich direkt, oder Strom fließt unkontrolliert gegen Erde ab — meist durch einen Kabelschaden oder eine beschädigte Isolierung.
Ein defekter Automat
Auch der Schutzschalter selbst kann nach vielen Jahren oder häufigem Auslösen ermüden und zu empfindlich oder fehlerhaft schalten.
Ein Wackelkontakt
Eine lose Klemmstelle im Verteiler oder an einer Dose unterbricht die Verbindung — oft unregelmäßig statt dauerhaft, was die Fehlersuche erschwert.
Ein überlasteter Stromkreis
Zu viele Verbraucher gleichzeitig an derselben Leitung ziehen mehr Strom, als die Leitung dauerhaft tragen darf, und der Automat schaltet ab.
Selten: ein Defekt im Zählerschrank selbst
In seltenen Fällen liegt die Ursache im Zählerschrank selbst — dann hilft nur eine genaue Prüfung durch die Elektrofachkraft vor Ort weiter.
Sicher handeln
Was Sie jetzt sicher selbst tun können — und wann es eilig wird
Diese drei Schritte sind gefahrlos möglich, bevor überhaupt jemand gerufen wird.
- Verteiler öffnen und ansehen: prüfen, ob der FI-Schalter, der Hauptschalter oder ein einzelner Automat sichtbar ausgelöst hat.
- Einmal wieder einschalten: den ausgelösten Schalter genau einmal wieder hochlegen und beobachten, ob er oben bleibt.
- Bei Brandgeruch nichts hochschalten: riecht es verschmort oder sehen Sie Rußspuren, lassen Sie den Schalter unten.
Unabhängig von der Ursache wird ein Stromausfall zur eiligen Angelegenheit, wenn im Haushalt Kälte herrscht, medizinische Geräte auf eine ununterbrochene Stromversorgung angewiesen sind, ein Aufzug betroffen ist oder Tiefkühlware im Haus zu verderben droht. In diesen Fällen sollte nicht tagelang abgewartet, sondern zeitnah eine Elektrofachkraft oder der Notdienst eingeschaltet werden.
Wo die Do-it-yourself-Grenze beim Stromausfall endet
Riecht es nach verschmortem Kunststoff, sehen Sie Funken oder Rußspuren am Automaten, oder hören Sie beim Wiedereinschalten einen Knall? Dann schalten Sie den betroffenen Stromkreis oder gleich den Hauptschalter stromlos und lassen ihn aus. Fassen Sie nichts weiter an — auch keinen erneuten Schaltversuch. Steht bereits Rauch im Raum oder ist offenes Feuer zu sehen, wählen Sie zuerst die 112, erst danach den Elektro-Notdienst.
Der Blick in den Verteiler und ein einmaliges Wiedereinschalten eines ausgelösten Schutzschalters dürfen Sie gefahrlos selbst vornehmen. Alles, was darüber hinausgeht — eine wiederholt auslösende Sicherung reparieren, im Verteiler nachmessen oder eine defekte Leitung instand setzen — bleibt ausschließlich Aufgabe einer Elektrofachkraft. Grundlage ist die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV, § 13) in Verbindung mit DIN VDE 0100: Arbeiten an der Festinstallation dürfen nur Betriebe ausführen, die im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen sind. Der plombierte Bereich am Zähler und Hausanschluss ist ohnehin ausschließlich einem eingetragenen Betrieb in Abstimmung mit dem Netzbetreiber vorbehalten.
Das ist keine reine Formalität: Stromschlag, ein möglicher Kabelbrand und der Verlust des Versicherungsschutzes bei einer Eigenreparatur wiegen schwerer als ein Anruf.
Immer noch unsicher, ob es Netzstörung oder Hausanlage ist?
Am Telefon schildern Sie kurz, was betroffen ist und ob auch die Nachbarn dunkel sitzen — wir ordnen ein, ob es sich um einen Fall für unseren Notdienst handelt oder ob eine Netzstörung beim Netzbetreiber vorliegt. Das klärt die kostenlose & unverbindliche telefonische Beratung, bevor irgendetwas vereinbart wird.
Ohne Verpflichtung — der Anruf allein kostet nichts.
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